13.01.2019 / Artikel / /

Ja zur Zersiedelungsinitiative

«Eine Nation welche ihren Boden zerstört, zerstört sich selbst». Ganz im Gegensatz zum amerikanischen Präsidenten Franklin D. Roosevelt schenkte die Schweiz im vergangenen Jahrhundert dem Schutz des Bodens durch sinnvolle Raumplanung und -nutzung keinerlei Beachtung. Allein seit 1984 wurden in der Schweiz über 800 km2 verbaut. Innert einer Generation wurde mehr als der gesamte Kanton Solothurn zubetoniert.

Der Grossteil der verlorenen Flächen befindet sich im besten Ackerbaugebiet, unter 800 M. ü. M., wo unsere Nahrung produziert wird. Der Verlust dieser fruchtbaren Böden führt zu einem tieferen Selbstversorgungsgrad und einer höheren Auslandabhängigkeit sowie einer intensiveren Produktion auf den verbleibenden Flächen; mit entsprechender Auswirkung auf die Qualität und Ökologie. Die Zunahme der Siedlungsfläche führt auch zu mehr Verkehr. Der Verlust von Boden geht einher mit einem Verlust von Biodiversität, die fehlenden Freiflächen wirken sich nicht nur auf die Umwelt schädlich aus; auch die Menschen fühlen Dichtestress.

Im Umgang mit unserem Boden muss ein radikales Umdenken stattfinden. Das neue Raumplanungsgesetz geht nicht weit genug, auch 2018 wurden mehr als 2500 Hektaren Land überbaut – die Fläche von mehr als 120 durchschnittlichen Landwirtschaftsbetrieben! Die Schweiz hat sich mit ihrer Raumplanung der letzten Jahrzehnte jeglichen Spielraum für neue Bauten verspielt. Ein drastischer Schnitt ist fällig, um wenigstens die schlimmsten Folgen abwenden zu können.

Genau deshalb braucht es die Zersiedelungsinitiative, welche die Grösse der Siedlungsfläche auf die heute eingezonten Flächen beschränken möchte und die Förderung von nachhaltigeren Wohnformen mit hoher Lebensqualität und kürzeren Verkehrswegen vorschreibt.

Die Auswirkungen einer Annahme der Initiative sind verkraftbar. Auch heute noch werden vielerorts einstöckige Einkaufszentren mit Aussenparkplatz gebaut. Wird solcher Raubbau am Boden in Zukunft verhindert, reichen die verfügbaren Landreserven längstens aus. Es wäre schon heute möglich viel weniger Boden zu brauchen, nur ist im Gegensatz zur Bauindustrie keine Lobby für den Boden da.

Auch die Bevölkerung wächst jedes Jahr um mehr als ein Prozent. Diese Entwicklung muss gebremst werden, das Stimmvolk hat sich mehrfach dafür ausgesprochen. Durch besseren Bodenschutz steigt auch der Druck auf das Parlament das Zuwanderungsproblem endlich anzugehen.

Der Boden muss in unserem kleinen Land unser höchstes Gut sein. Die Schweiz wächst im Gegensatz zu ihrer Bevölkerung nicht. Auch wenn wir nun über eine fähige Verteidigungsministerin verfügen.

Grundsätzlich muss man sich fragen: wie stark soll ein Land über seiner natürlichen Grundlage leben? Für uns als christlichdemokratische, wertkonservative Partei, welche nicht nur an heute sondern auch an übermorgen denkt, kann dies nur eines heissen: die Achtung vor der Schöpfung zu bewahren und am 10. Februar ein Ja einzulegen.